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Sage

Sage – „Die goldene Kutsche der Wildenecker Gräfin“
Schon seit Ewigkeiten kennt man im Salzkammergut diese Geschichte. Sie mag wohl aus der Zeit stammen in der es die Ritter und Grafen von der sie erzählt noch gab.
In den grossen Wäldern standen zu der alten Zeit viele Burgen Die Ritter die sie bewohnten hatten weitläufige Ländereien und waren vom Zehent der zahlreichen armen Bauern reich geworden. Mit dem Reichtum kommt der Übermut daher, mit dem Übermut der Stolz und vom Stolz zur Gottlosigkeit ist es nur ein kleiner Schritt.
Einmal wollte die Herrin der Burg Wildeneck am Irrsee die Gräfin von Lichtenthann in ihrer Burg besuchen. Es gab damals wohl eine viel befahrene, breite Strasse durch den Wald bei Sommerholz und von dort bis nach Lichtenthann hinunter.
Gar prächtig war die goldene Kutsche der Wildeneckerin, sogar die Geschirre der Rösser waren von reinstem Gold. Welch armseliges Bild bot da der Kutscher auf dem Kutschbock, zerlumpt war er und den Befehlen seiner Herrin ausgeliefert.
In Lichtenthann angekommen, erregte die Kutsche grosses Aufsehen, ja die Lichtenthanner Gräfin war wohl sogar ein wenig neidisch auf ihren Besuch und so hielt Sie ihren Gast so lange auf, daß es eigentlich für die Heimfahrt bei Tageslicht zu spät wurde.die Rittersfrau aus Wildeneck scherte sich darum wenig, sie befahl dem Kutscher anzuspannen und machte sich mit ihrer güldenen Kutsche auf den Weg. Während der Fahrt trieb sie den Kutscher immer weiter an: "Fahr gefälligst schneller, Kutschknecht! Fahr zu!" Der Kutscher sah, daß die Flanken der Rosse ganz nass vom Schweiss waren und so ließ er sie nahe Sommerholz auf der Anhöhe leichten Schrittes gehen, damit sie ein wenig verschnaufen konnten.
Die Gräfin bemerkte dies und herrschte den armen Kutscher an:" Fahr doch endlich schneller , vor Sonnenuntergang will ich zurück auf Wildeneck sein!" "Gute Frau Gräfin, das wird wohl kaum mehr möglich sein, ist doch die Sonne schon fast versunken und wir sind noch hoch heroben auf dem Berg", versuchte der Kutscher zu erklären.
Das interessierte die herrschsüchtige Gräfin wenig und lauthals fing sie an, dermaßen zu fluchen, das es dem wildesten Krieger die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte.
Als man nun von Sommerholz das Läuten vernahm, blieben die Rosse von sich aus stehen und der Kutscher faltete seine Hände zum Gebet.
"Heda Kerl, was hältst du auch noch an" schallt ihn die Gräfin und stieß ihn unsanft an.
"Hört Ihr nicht das Gebetsläuten der Sommerholzer Kirche" antwortete der Kutscher sanft.
Das machte die Gräfin erst recht wütend und so schrie sie aus vollem Halse: " Das Geläut kann mir gestohlen bleiben, hörst du! Fahr zum Teufel mit der goldenen Kutsche!"Als Ihre Stimme verklungen war, machte sich grosse Stille inmitten des Waldes breit. Kein Vogel war mehr zu hören, auch nicht der Klang der Glocken. Der Kutscher war wie erstarrt, aber die Rosse rissen an Ihren Geschirren, wieherten wild und wollten los.
Als der Kutscher die Pferde antrieb, kamen sie aber nicht von der Stelle, mochte er sich auch noch so darum bemühen. Nun schien es ihm auch als würde die ganze Kutsche im Boden versinken, vom Kutschbock abgesprungen musste er sehen wie recht er hatte. Die Räder der goldenen Kutsche waren schon tief in den Boden gesunken.
"Frau Gräfin, kommt und springt aus der Kutsche sonst versinkt ihr noch damit" rief er seiner Herrin zu. Er riss an der Türe des Gefährts, doch sie ließ sich nicht öffnen. Die Gräfin saß wie zu Stein erstarrt in der Kutsche, die immer tiefer und tiefer im Waldboden versank. Bevor die Rosse nun mit in den Boden gezogen wurden, schnitt der Kutschknecht noch rasch die Riemen ab und rettete so wenigstens die braven Tiere.
Mit einem dumpfen Geräusch und einem letzten Blinken des Goldes verschwand die Kutsche im Waldboden. Der Boden schloss sich über ihr und man konnte kaum noch sehen, wo die goldene Kutsche mit der Gräfin versunken war. Nur eine kleine Grube blieb als einziges Zeichen.
Eilends ritt der Kutscher mit den Pferden nach Hause und führte die Männer der Burg zu besagter Stelle im Wald. Doch die Grube war verschwunden, und niemand fand die Kutsche, niemand fand die Gräfin oder auch nur ein Zeichen der beiden.
Als die Burg Wildeneck schon längst eine Ruine war und die Namen der Ritter schon längst vergessen, da tat sich eines Tages im Wald bei Sommerholz, an der Stelle wo einst die Kutsche versunken war, eine Grube auf.
Die Menschen erinnerten sich an die alte Geschichte und man begann zu graben.
Doch so tief man auch grub, die Kutsche fand man nie.
Die Wildenecker Gräfin muss mit ihrer goldenen Kutsche ganz tief nach unten gesunken sein.