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Die Entstehung von Oberhofen und kurze Chronik

(Stand 1980 - die neueren Informationen folgen, beziehungsweise die neue Chronik ist in Arbeit)

Der Name des Pfarrortes Oberhofen (seit 1384 urkundlich belegt) soll von dem im Jahre 1903 abgebrannten Hatzenbauernhaus, das früher ein Meierhof des Klosters Mondsee war und der „obere Hof“ geheißen hat, seinen Ursprung haben. Das sicher noch ältere Dorf Rabenschwand soll von einem Mann namens Rhaben, der mit seinen Leuten diese Gegend einst gerodet hatte, herrühren. Das Wappen von Oberhofen, aus einem alten Schulzeugnis aus dem Jahre 1845 ersichtlich, zeigt einen auf einer Wolke knieenden Abt mit Stab und 2 Schriftrollen. Die zu Ende des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaute Kirche besitzt ein sehr altes Bild, ein Ölgemälde, das die 14 hl. Nothelfer darstellt, deren Namen mit alten gotischen Buchstaben bemalt sind. Die älteste Glocke trug die Jahreszahl 1494.

 

Im Rahmen der Melker Reform erteilte Weihbischof Johannes von Passau am 7.9.1444 in der Filialkirche von Straßwalchen zum hl. Blasius in Oberhofen dem Hauptaltar, dem Nebenaltar auf der Südseite zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria und dem Friedhof eine neue Weihe. Es ist daher als sicher anzunehmen, dass bereits im 15. Jahrhundert in Oberhofen ein Friedhof bestanden hat. Da beim Turmbau und viel später (1965) bei Grabungen rund um die Kirche viele Totengebeine gefunden wurden, war der Friedhof, wie es früher üblich war, sicherlich um die Kirche angelegt. Die großen Kirchenrenovi8erungen von 1654–1680 (Kirchenmauern, Kirchenboden, morsche Kanzel u. dgl.) deuten darauf hin, dass Kirche und Friedhof eine Zeitlang dem Verfalle preisgegeben waren und der Friedhof aufgelassen wurde. Als Hauptursache kann dafür wohl die infolge der Pest im Jahre 1649 hervorgerufene große Sterblichkeit angenommen werden. Aber auch die neue Lehre Martin Luthers, die Disziplinlosigkeit im Kloster Mondsee, der Verfall des Schlosses Wildeneck und die Nötigung der Bauernaufstandes zur Leibeigenschaft, was eine Minderung der Leistungsfähigkeit durch Frondienste zur Folge hatte, mag dazu beigetragen haben.

 

Im Totenbuch der Pfarrgemeinde Straßwalchen finden wir schon unter „Mortuorum (Buch der Verstorbenen) in Ihrstorff“, Bewohner von Rabenschwand und Leiter ab 1658 unter anderem einen James Carl aus Rabenschwand, Nahrungsmann, eine Barbara Carlin Rabenschwand, Nahrungweib, eine Barbara Hasin zu Rabenschwand, lediges Kind, einen Wolfgang Hivne zu Rabenschwand, Nahrungsmann, eine Anna Schafleitner zu Rabenschwand, Müllerin, eine Rosina Hohenpergerin am Hohenperg, 1659 einen Hans Stämpfl zu Rabenschwand,

eine Magdalena Solate Filia Wolfg. Haustochter am Stampflhof, einen Obrist Georg in Hohenperg Mansee, eine Tochter des Hans Hovele zu Rabenschwand, Textor, eine Margarethe Kogler zu Rabenschwand von Sulvi bis zur Burg, einen Obrist Wolfgang Thale zu Rabenschwand im Mondseeland, 1664 einen Anfans Viti Kumersperger am Kumers Perg, eine Madalena Elmauerin von Kumers Perg, einen Hans Eillmoser Müllner von Rabenschwand und eine Rosina Känovigin Austrag Weib in der Obenau, 1667 eine Magdalena Schwarzenbergerin Schwarzberg, eine Maria des Tobias Ginzinger von Ginzing und einen Adam Schafleitner Oberhofen.

Obwohl Oberhofen eine Tochtergründung von Straßwalchen ist, dürfte es in früheren Jahrhunderten eine ähnliche Stellung wie Zell am Moos eingenommen haben. Es ist uns ein Akt erhalten, in dem 1523 der dortige Pfarrer Erasmus Hackl um Erbauung eines Mesnerhauses in Oberhofen ersuchte. Demzufolge wäre also Oberhofen keine Josephinische, sondern eher eine Altpfarre. Bis 1784 war Oberhofen nach Straßwalchen eingepfarrt, jedoch zum Kirchengang nach irrsdorf eingegliedert. Die Kirchenrechnungen dieses Gotteshauses reichen bis 1534 zurück. Die Matriken allerdingst erst 1784. Die abwechselnd „Kirche des hl. Blasius“ oder „Kirche der 14 Nothelfer“ genannte Filiale von Straßwalchen in Oberhofen wurde in den Jahren 1654 bis 1663 einer eingehenden Renovierung unterzogen; sie erstreckte sich auf die Kirchenmauern und den Kirchenboden (1654/55), auf die morsche Kanzel (1657) und Stühle (1663 bis 1669), den Hochaltar und die beiden Seitenaltäre (1972 bis 1680) und schließlich auf den Beichtstuhl, das Speisgitter, die Kruzifixe, die Leuchten und üblichen kirchlichen Geräte. Im Jahre 1693 wurde der Westturm erbaut und die Sakristei errichtet. Meinrad Guggenbichler schuf dann von 1708 bis 1712 eine vollständige neue Altarausstattung. 1713 erhielt das Gotteshaus ein „Orgelwerkhel“ und in den Jahren 1695, 1718, 1732 und 1743 je eine neue Glocke. Die Kirche steht wie schon erwähnt unter dem Schutze der 14 Nothelfer, besonders des hl. Blasius. Diese Patrozinienwahl stehtim ursächlichen Zusammenhang mit dem großen Verlangen des Spätmittelalters nach allseitiger Heilssicherung und gewann erst Ende des 14. Jahrhunderts feste Form.

 

Es ist unbestrittene Tatsache, dass die Pfarrkirche in Oberhofen eine der gegenwärtigen Ausstattung als eine der schönsten Landpfarrkirchen bezeichnet werden kann. Nicht nur von den eigenen Pfarrkindern, auch von auswärtigen Gläubigen wird diese Landkirche besonders in der Karwoche und zur Auferstehungsfeierlichkeit gerne besucht. Nicht nur die schönen Beleuchtungseffekte, auch das alte lithurgische Brauchtum übt auf die Kirchenbesucher eine besondere Anziehungskraft aus.

Über die Verwendung des Kirchengeldes verordnete am 8.12.1717 Abt Amandus: „In Zukunft möge von den stolh und der Samblung und von allen eingegangenen Zinsen oder Interesse Alljährlich, das dritl Matri oder Pfarrkirchen, zue geschrieben und angegeben werden, damit khonfitig die Malter oder Hauptkirche Mondsee der Filiale das Wax, Öll und Weihrauch den Opferwein und Speiss Wein gratis ausspenden können.“

Erwähnt sei noch, dass die sogenannte Dezimation oder Türkensteuer mit 28 fl bemessen wurde.

Furchtbare Hagelschäden in den Jahren 1702, 1705 und 1742 bewogen die Gläubigen in Oberhofen zu den Kreuzgängen nach Altötting, Maria Plein und St. Wolfgang.

Später war den Oberhofnern in ihrem Bestreben um einen ständigen Seelsorger mehr Erfolg als den Irrsdorfern beschieden. Mit ihren unablässigen Forderungen erreichten sie schließlich, dass der Prälat von Mondsee beauftragt wurde, an Sonn- und Feiertagen einen Konventualen nach Oberhofen zu entsenden oder in Zell am Moos einen zweiten „Religiosen“ zu bestellen, um von dort aus Oberhofen „excurrendo zu pastorisieren“. Der Abt entschied sich für die zweite Möglichkeit, klagte aber bereits nach kurzer Zeit, dass der Zugang nach Oberhofen speziell im Winter mit ungeahnten Schwierigkeiten verbunden sei. Der zur Untersuchung der Verhältnisse am 5.5.1780 entsandte Umpfarrungskommissar, Freiherr von Pocksteiner, bestätigte die Klagen des Prälaten und beantragte deshalb die Exponierung eines ständigen Seelsorgers. Also wurde mit Hofdekret vom 6. März 1784 P. Joachim Krug zum ersten Pfarrvikar (1784–1792) in Oberhofen bestellt. Die neu geschaffene bzw. wieder errichtete Pfarre, die 1790 cirka 800 Seelen zählte, lag vorerst im Dekanate St. Georgen im Attergau, gehörte eine Zeit von 1809–1816 zum Dekanat Thalgau und wurde schließlich dem Dekanat Frankenmarkt einverleibt.

Im Oberösterreichischen Landesarchiv lieben von der Pfarre Oberhofen 18 Kirchenrechnungen vor, u.a. 1543, 1546, 1577, 1583, 1613, 1614, 1699, 1700, 1771, 1773 und 1779.

Unter Kaiser Josef II. wurde jede kirchliche Verbindung mit dem Ausland aufgehoben, und da Straßwalchen im Salzburgischen gelegen (wo die Erzbischöfe regierten), damals für Österreich „Ausland“ war, wurden die bisher nach Straßwalchen ausgepfarrten herrschaftlich mondseeischen bzw. im Hausruckviertel gelegenen Ortschaften Rabenschwand und Leiter abgetrennt und der neuen Pfarre Oberhofen eingegliedert. Der vom Stift Mondsee hinter der Kirche mit dicken Mauern erbaute Getreideschuttkasten (Getreidespeicher) wurde als neues Pfarrhöflein ausgebaut. Nun war aber auch ein neuer Gottesacker anzulegen, wofür die beiden Nachbarn Wirt und Hatz ihre Grundstücke zur Verfügung stellten. Für die Anlegung des Friedhofes hatte die Gemeinde zwar die befohlene Robot geleistet, alles übrige jedoch musste das Kloster Mondsee bestreiten. Nun konnten die Verstorbenen von Oberhofen, die von 1658 bis 1783 in Irrsdorf beerdigt wurden, wieder im eigenen Friedhof beigesetzt werden.

Interessanterweise wäre noch zu berichten, was man im Jahre 1789 über das heute allgemein übliche Wetterläuten unter dem 1. Pfarrer Joachim Krug im absolut regierten Österreich hielt. Aus dem beim Oberösterreichischen Landesarchiv vorliegenden Akt es Stiftsgerichtes Mondsee ist folgendes zu entnehmen:

„TZ 43 Stiftsgericht Mondsee.
Das Stiftsgericht hat auf hohen Regierungsbefehl von jetzt und Empfang 19 ten dies dem Thomas Trainninger zu Rabenschwand und dem Michael Freinbichler im Dorf Leiter, welche von dem uns unnützen Wetterläuten nicht nrua llein nicht abstehen zu wollen, sondern sogar dahin sich erklärt haben, das letztere bey schärferer Einstellung des Wetterläutens Gewalt brauchen der erstere aber im Fall eines Schauers seinen Nachbarn in die Getreid Kästen einbrechen wolle, einstweilen durch H. Stöger und Lois Mondgne zum Arrest in Eisen anzuhalten und ihnen zu bedeuten, dass sie bei nochmaliger Betrettung noch schärfer abgestraft, im Falle der mindesten Gewalttätigkeit aber mit einer ihren mutwillen anbassenden unvermutlichen Strafe ganz unausbleiblich betagt werden würden. Die übrigen Wiederspenstigen Unterthanen aber in der Pfarre Oberhofen, die auch von dem Wetterläuten nicht abstehen wollen hat das Stiftsgericht von der Unnützbarkeit des Wetterläutens sowohl über die schuldige folgeleistung der allerhöchsten Verordnungen zu gewärtigen Strafen mit dem Beisatz zu belehren, dass wenn sie sich noch ferners beygehen lassen sollten, von ihren albernen Vorurtheilen aus bloßter Wiederspenstigkeit nicht abstehen und dadurch die allerhöchsten Anordnungen zu vereilten mit solchen Strafen fürgegangen würde, das von ihnen gewiss nicht mit der gleichgültigkeit angesehen werden können.
Nicht minder hat das Stiftsgericht die 3 Bauern in der Pfarre Oberwang Bekenntlich, Josef Lettner und Michael Schweinzer mit einer zwey tägigen öffentlichen Eisenarbeit zu Mondsee abzumachen, dass sie von ihren gesetzwidrigen Handlungen lieber gutwillig abstehen wollen.
Lambach den 18 ten Juni 1789, Forstner Pfarrer“.

(Hierzu): Protokoll
So in der Pfarre Oberhofen den 13. März 1789 wegen von der dortigen Bauernschaft den 10. und 11. März über die allerhöchsten Patenten und Verordnungen zu zweimal sträflich unternommenen Wetterläuten an und aufgenommen wurde.
Profentes
H. Joachim Krug Pfarrer zu Oberhofen
Dann im Namen des Stiftsgerichtes Mondsee Joh. Kop.
Waldherr Kanzleischreiber und Paul Schneidinger Landgerichtsdiener.

Den Wetterläuten betreffende Bauernschaft:
Math. Stampl Georg Perlamb Joh. Gassner Joh Meislberg Joh Auer Georg Meindl Math. Draxler Joah. Lehrl Johann Ragl Math Schindlauer Joh. Schinagl Math. Fischer Georg Steinbichler Joh. Oberhauser Joh. Schwerdl Joh. Reichl Georg Hasenauer Jakob Krois Joh. Ober Adam Weiner Georg Kaiser Joh. Schafleitner Wolfgang Schober Joh. Schönauer Josef Neuhofer Anton Schafleitner Math Doppler Math. Letner Simon Krois Philip Schafleitner Wolfgang Schafleitner Michl Eisl Georg Freinbichler Michl Brudl Josef Spielberger u.a.

Verantwortung:
Wir wissen schon den Befehl, aber wir glaubten nicht, dass der Kaiser so streng sey und sich ärgern würde, auch haben wir erfahren, dass das Wetterläuten in hiesiger Gegend gesetzwidrig ist.
Es musste sich damals bei dem Wetterläuten um ein vorchristliches Brauchtum gehandelt haben, welches erst in späterer Zeit von der kath. Kirche übernommen wurde. Aus den angeführten Namen der Oberhofner Bauern ist ersichtlich, dass sich diese in den letzten zwei Jahrhunderten fast nicht geändert haben.
Am 29. Oktober 1805 starb der sehr beliebte Pfarrer von Oberhofen und Exbenediktiner von Mondsee Augustin Zeyrer. Es war zur Zeit, als die Franzosen zum zweitenmal einrückten und auch den Pfarrhof besetzten. Die Furcht vor dem Feinde war so groß, dass sich niemand einfinden wollte, die Leiche des Pfarrers zum Grabe zu geleiten. Nur drei Träger wagten es und der Pfarrer von Zell am Moos, der sich auf Seitenwegen herbeischlich, um die Einsegnung vorzunehmen. Umso größer war aber dann die Überraschung, als beim Seelengottesdienst sogar die französischen Offiziere mit ihren Kompanien zur Teilnahme ausrückten.

Im Jahre 1806 starben in Oberhofen 67 Leute, darunter 34 Kinder, an Blattern; seit Menschengedenken die höchste Sterbezahl.

1840 wurde eine neue Orgel angeschafft. Auf dem Orgelkasten war folgender Spruch angebracht: „Im tausendachthundert und vierzigsten Jahr / da schon B Leitner Pfarrer hier war / erbaute Johann Leitner von Schleedorf her / neu diese Orgel zu Gottes Ehr‘ / zur Kostenbestreitung trug willig bei / die ganze Oberhofner Pfarrei“.

Der Friedhof, der ursprünglich nur mit einer Holzwand eingefriedet war, wurde 1842 mit einer Mauer umgeben. Im gleichen Jahr wurde auch die Friedhofkapelle erbaut.

Der Oberhofner Holzschnitzer Simon Kaufmann arbeitete in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Hause Leiter Nr. 4. Da er Heiligenfiguren schnitzte, wird das Haus heute noch „beim Heilinger“ genannt. Die beiden lebensgroßen Figuren, der hl. Georg und der hl. Florian, in der Pfarrkirche Oberhofen wurden 1884 von ihm geschnitzt.

Im Jahre 1865/66 erfolgte die Aufteilung der Mondseer ärarischen Waldungen. Die meisten Besitzer der Orte Gegend, Stock und Höhenroith haben heute noch das unentgeltliche Bezugsrecht von Brenn-, Bau und Zeugholz, desgleichen Gemeinde, Pfarrhof, Kirche und Schule.

1878 wurden über Anregung von Pfarrer Fiedler eine neue Turmuhr montiert und drei neue Glocken im Gewicht von 1.182 kg, 600 kg und 342 kg angeschafft und geweiht. Der Turmbau unter Pfarrer Adalbert Fiedler wurde 1879 vollendet. Weiters erhielt die Kirche im Jahre 1885 eine neue von Albert Mauracher erbaute Orgel. Der Pfarrhof wurde anschließend in den Jahren 1886/87 von der Gemeinde neu errichtet und schließlich im Jahre 1894 eine Totenkammer gebaut. Am 21 Mai 1900 ist Pfarrer Fiedler in Ranshofen gestorben; er wurde nach Oberhofen überführt und in der Priestergruft beigesetzt. Im Innern der Pfarrkirche erinnert eine Gedenktafel an die Schaffenskraft dieses Pfarrherrn.

 

 

Am 2.9.1903 entstand aus unbekannter Ursache auf dem Heuboden des im Jahre 1901 von Johann Schönauer erbauten Stalles ein Brand. Das Feuer ergriff auch das nahe Hatzenhaus. Von der enormen Hitze entzündete sich auch der mit Schiefer gedeckte Helm des Kirchturmes, der nach kurzer Zeit mit dem kupfernen Kreuze zwischen Turm und Pfarrhof zu Boden fiel. Die 1903 von der Gemeinde neu angeschafften 3 Spritzen bestanden damals ihre Feuerprobe; insgesamt 16 große und 2 kleine Handspritzen waren in Tätigkeit. Der Turmhelm wurde vom Dombaumeister neu aufgesetzt und mit Kupfer eingedeckt. Kosten 9.300 Kronen. Die Kreuzweihe und Kreuzsteckung fand am 2.11.1903 unter dem Pontifikat Pius X., im Jubiläumsjahr Kaiser Franz Josefs I. und unter Patronanz des Bischofs von Linz (Franz Ulrich Doppelbauer), des Statthalters Grab Byhard Rheid und des Landeshauptmanns Dr. Alfred Ebenhoch sowie im Beisein des Dechant von Frankenmarkt (Franz Haslbauer), des Pfarrers von Oberhofen (Alois Barot), der Zechpröbste (Franz Leikermoser und Matthias Freinbichler), des Patronatskommissärs (Johann Rillinger), des Bürgermeisters von Oberhofen (Johann Feldbacher) und der Gemeinderäte Franz Leikermoser und Johann Angerer statt. An der schönen Feier der Kreuzsteckung hatte sich eine große Menge des Volkes beteiligt.

 

Größere Anschaffungen erfolgten im Jahre 1905, und zwar neue Kirchenstühle (1.600 Kronen), neues Pflaster (1.000 Kronen) und neues Speisgitter (200 Kronen).

Pfarrer Alois Barot übersiedelte Ende Oktober 1906 nach Esternberg bei Schärding. Er wurde 1907 von der Gemeinde Oberhofen zum Ehrenbürger ernannt.

Anlässlich der Primiz des Herrn Johann Stabauer, Bauerssohn von Höhenroith in Oberhofen, und des 25jährigen Priesterjubiläums des Herrn Pfarrers Theodor Gutschik am 29. Juli 1914 führten Schüler der Volksschule Oberhofen das Theaterstück: „Die vier Jahreszeiten“ auf, wozu sich viele Gäste aus nah und fern einfanden. Um das Zustandekommen dieser Feier hatte sich die Lehrerschaft von Oberhofen, ganz besonders Lehrerin Maria John und Lehrer Johann Sombeck, bemüht. In den Hauptrollen wirkten mit die Schüler Johanna Hubinger (Frühling), Mathilde Steinbichler (Sommer), Josef Steiner (Herbst) und Albert Schöndorfer (Winter). Viele ältere Bewohner von Oberhofen erinnern sich noch an diese schöne, mit viel Beifall bedachte Feier.

Der Thronfolgermord in Sarajewo am 28.6.1914 führte zum Ausbruch des 1. Weltkrieges, wobei in späterer Folge das Kupferdach des Kirchturms mit 1.137  kg Kupfer und 3 Glocken für Rüstungszwecke geopfert werden mussten.

Im Jahre 1918 übersiedelte Pfarrer Theodor Gutschik als Pfarrer nach Eberschwang. Unter Pfarrer Konrad Schinkinger kam es in späteren Jahren zur Anschaffung von drei Kirchenglocken, von denen die größte ein Gewicht von 1.260 kg hatte. Im Jahre 1932 verstarb der aus Oberhofen stammende Pfarrer von Hintersee, Josef Stabauer, im Alter von 42 Jahren; er wurde in Oberhofen beerdigt.

Die erste Firmung in der Pfarrkirche Oberhofen erfolgte am 6. Juni 1932 unter Bischof Johannes Maria Gföllner aus Linz. Zur Firmung gingen 68 Kinder aus der Gegend von Oberhofen, Straßwalchen, Pöndorf und Frankenmarkt.

Nachfolgend eine Übersicht der in Oberhofen wirkenden Pfarrherrn:
 um 1523 Erasmus Hakhl
 1784–1792 Joachim Krug

Wie lange die Kooperatoren P. Amand Reinsbach, P. Paul Walser und P. Walter Mogrus in Oberhofen wirkten, steht nicht fest, es ist aber anzunehmen, dass es in der Zeit von 1792 bis 1821 war.

 –1805 Augustin Zeyrer
 1821–1831 Tobias Seits
 1831–1846 B. Leitner
 1846–1859 Jakob Jung
 1859–1870 Josef Waydacher
 1870 Johann Kronegger (Pfarrprovisor)
 1870–1880 Adalbert Fiedler
 1880 Johann B. Schmid (Pfarrprovisor)
 1880–1881 Thomas Obersu
 1881 Franz Solermus Schmalzl (Kapuzinerprater)
 1881–1887 Thomas Obersu
 1887–1888 P. Adalbert Bruckner (Pfarrprovisor)
 1888–1893 Josef Haberleitner
 1893–1906 Alois Barot
 1907 Leopold Pötschner (Pfarrprovisor)
 1907–1918 Theodor Gutschik
 1918–1919 Franz Aspöck (Pfarrprovisor)
 1919–1938 Konrad Schinkinger
 1938–1939 Josef Pfisterer (Pfarrprovisor)
 1939–1958 Otto Eidenberger
 ab 1959 Josef Gruber

Im Mondseegebiet erhielten um 1780 Oberhofen und Zell am Moos neue Schulen. Früher soll es in unserer Gegend (ausgenommen in Mondsee) keinen Schulunterricht gegeben haben. Um 1800 betrug das damalige fixe Einkommen eines Lehrers 60 Gulden, die aus dem Religionsfond bezogen wurden. Außerdem erhielt der Lehrer von der Gemeinde einen kleinen „Getreidezuschuss“, der früher in sogenannten Leitgaben zuerkannt, im Jahre 1820 jedoch in eine „Körnerabgabe“ umgeändert wurde. Diese bestand in 3 Metzen Weizen, 6 Metzen Korn und 10 Metzen Hafer. In der Regel hatte ein Schullehrer auch als Organist und Mesner ein geringes zusätzliches Einkommen.

Die 1. Schule in Oberhofen soll vorerst im Hatzenhaus untergebracht worden sein und hatte ungefähr 100 Werktagsschüler. Später wurde ein ganz einfaches kleines Schulhaus aus Holz erbaut und mit Anwurf überkleidet. Erst im Jahre 1854 kam es zum Bau eines neuen einklassigen Schulhauses. Die Baukosten betrugen damals 9.000 fl. Die Gemeinde leistete die Roboten, bzw. die Handlangerdienste und stellte auch das Baumaterial. Der Religionsfond zahlte die Handwerkerlöhne. Im neuen Schulgebäude, das mit dem Mesnerhaus vereinigt wurde, gab es 1 Lehrzimmer, 1 Wohnzimmer mit Nebenzimmer, Küche und Keller. Das alte Schulhaus wurde 1855 abgetargen. Im Jahre 1894 kam es zur Einführung des weiblichen Handarbeitsdienstes (erste Handarbeitslehrerin 1894–1929 Viktoria Schneider). Als erster Lehrer und Mesner wirkte Matthias Anleger. Nach dessen Tode veranlasste Fürst Wrede der Gutsverwaltung Mondsee die Anstellung des Feldwebels Cornelius Hafner (geb.
15.1.1775, gestorben 28.3.1863) als Nachfolger im Lehrfach. Er wirkte als Schulmeister, Organist und Mesner 42 Jahre in Oberhofen. 1909 wurde eine zweite Schulklasse erbaut. Die Lehrerin Maria John unterrichtete von 1910 bis 1935 in der ersten Volksschulklasse; 1935 erfolgte ihre Versetzung nach Ohlsdorf.

Im Jahre 1963 wurde im Schulhaus eine dritte Klasse eingerichtet. Heute wird aber bereits in vier Klassenzimmern unterrichtet. Infolge Platzmangels im Schulhaus ist jedoch eine Klasse außerhalb, und zwar im neuen Gemeindehaus untergebracht.

Bis zur Fertigstellung dieses Gemeindehauses war auch das Gemeindeamt Oberhofen noch im Schulhaus einquartiert.

Nachfolgend genannte Schulmeister wirkten in Oberhofen:
 um 1781–1805 Matthias Anleger
 1805–1847 Cornelius Hafner
 1848–1864 Franz Brunhuber
 1864–1875 Paul Blössl
 1876–1879 Engelbert Webinger
 1879–1897 Theodor Wiedemann
 1897–1919 Karl Braun
 1913 Albert Aichinger (Vertreter, gefallen 1914)
 1914 Johann Sombeck (Vertreter, gefallen 1914)
 1920–1933 Ferdinand Scheichl
 1968–1970 Hugo Scheichl
 1969–1970 Gertrude Scheichl
 ab 1971 Horst Stadler

Der Huebwald – heute Huberwald – in Oberhofen war im Jahre 1443 Anlass zu Grenzstreitigkeiten. Die Salzburger Bauern von der Hochfeldergegend benützten diesen Wald auf mondseeischem Boden und behaupteten, ein altes Besitzrecht darauf zu haben. Die Oberhofner wussten nichts davon und waren daher dagegen. Weil es aber dabei auch um ein Jagdrecht ging, beschäftigten sich die hohen Herren gleich mit dieser Angelegenheit. Sie befragten die Bauern über den Sachverhalt (Rechte und Grenzen), worauf diese eine Urkunde anferigen liesen, die mit folgenden Worten eingeleitet wurde: „Wir bekennen all auf unser ayd aintrechtiklik, dass wir nicht anders wissen, dann derselb wald gehör in die herrschaft Wildenegk und dem gotshaus zu Mense zu und ist werder uns, unsern Vätern noch enen nye darum gesprochen worden von einem Salzburger oder Heefelder, wie die genannt seib“. Trotzdem standen sie in der Urkunde den Bauern von „Pelczleyten und Winderrewt“ die Holzbenützung zu. Und so wurde der Streit entschieden. Unterschrieben ist das Schriftstück von über 400 Grundbesitzern des Mondseelandes. Aus der Urkunde ist ersichtlich, dass sich die meisten Hofnamen nach mehr als 500 Jahren nicht geändert haben. So gab es in der Haslau einen Gangel von Entahern und einen Kunrad von Entahern, in Oberhofen einen Hans Weber am Weg und Hans am Weg (Wegdorf), einen Hans Stamphel, Hainrich a der Ödd, Liendel Topler, Gängen an der Hub, Fridrich in der Speck, Zacherl von Gunczing, Haintisch in der Swand, Härtl von Veger, Hainczel am Sneiderberg, Stephan auf dem Eck, Hanns Vaschang (Faschinghof), Ösl von Robenswang, Hannsl bei dem See, Jorg von urfahr, Conrad Schintelawer (Schindlauer), Michel auf der swandt und ein Peter in der cumprechtsreut (Gumpenroid). Das Pergament mit den Unterschriften trägt das Datum: 1.4.1443.

In den früheren Jahrhunderten, u.a. 1271, 1349, 1521, 1658 und 1714, wurden die Menschen von der fürchterlichen Pest heimgesucht. Den Schwarzen Tod mannte man die Seuche, weil die von ihr Befallenen binnen wenigen Stunden zu angeschwollenen, hilflosen, schwärzlichen Kadavern wurden. Innerhalb von fünf bis sechs Stunden war der Mensch gesund und tot, und selbst die, welche von dem Übel genasen warn nicht mehr recht gesund und konnten ihren Geschäften nicht nachgehen. Die Nachricht von der Pest verbreitete sich rasch, die Menschen erschraken und gerieten in Panik. Einige warteten, ob die Seuche weiter um sich greifen würde, andere flohen und trafen die Krankheit in den Gegenden, in welche sie sich gewendet hatten. Man hörte fast den ganzen Tag die Zügenglocke läuten, und das Totengeläute konnte man nicht mehr jedem einzelnen Toten verschaffen, sondern man läutete es allgemein für alle. Bald konnte man sie auch nicht mehr im Kirchhof begraben, sondern man machte große Gruben auf dem freien Felde, tat die Toten hinein und scharrte sie mit Erde zu. Von manchem haus stieg kein Rauch mehr empor; in manchem hörte man das Vieh brüllen, weil es nicht mehr gefüttert wurde.

Besonders arg wütete die Pest im Mondseeland im Jahre 1649. Das berühmte Pestbild im Nordschiff der Kirche in Mondsee über der Eingangstür zum Musikchor vermittelt uns das Ortsbild jener zeit, darstellend, wie die Karrer die Pestleichen zu ihrer letzten Ruhestätte im Pestfriedhof bringen. Die Darstellung des Bildes Christus in den Wolken schleudert die Krankheitspfeile auf die Erde, Engel sammeln die Pfeile in die Köcher, das Ende der Seuche andeutend. Der hl. Sebastian bittet für das geplagte Mondseeland. Der Ortspfarrer von Mondsee schrieb am 1.1.1650: „Es beginnt das Jahr des Herrn 1649 in welchen war eine sehr bittere Plage und Wirbel als viele Feinde noch mehr Not und Hunger brachten, die meisten durch Pestilenz dahingerafft wurden“.

Laut Kirchenbuch der Pfarre Mondsee, betitelt „Syllabus MORTUOR OM in Paroel Mans. 1636–1656“, sind im Jahre 1649 293 Menschen verstorben, davon 259 an der Pest. Der Benediktiner P. Franzisjus Sojer starb in Ausübung seiner Priesterpflicht Ein Grabstein im Garten der „Bauernvilla“ gemahnt an diese traurige Zeit.

Oberhofen war 1649 nach Straßwalchen eingepfarrt. Im Totenbuch der Pfarre Straßwalchen scheinen in dem angeführten Pestjahr (1649) folgende verstorbene Oberhofner auf: „Am 25.2. eine Sabine Carli Diringer, Müllerin zu Rabenschwand, am 3.3. ein Josef Wolfgang Cirol von Wüldenegg Mänser Land, am 15.3. eine Anna Stampflin von Haslach, am 1.5. ein Hans Braunrieser an der Haselmühl und am 7.5. eine Magdalena Leolin Wittib in der Schwandt und andere“. Während es im Jänner nur 6 tote in der Pfarre Straßwalchen gab, waren es im Februar schon 11, im März 36, im April 43, im Mai 32. In den Monaten Juni und Juli muss diese seuche ein so ungeheures Ausmaß erreicht haben, dass weitere Eintragungen im Totenbuch nicht mehr möglich waren. Für diese Monate wurden im Totenbuch einige Seiten freigelassen. Von den Verstorbenen konnten die Namen auch nachträglich nicht mehr festgestellt werden. Da im Totenbuch der Pfarre Straßwalchen in den Monaten Jänner bis Mai und August bis Oktober nur wenige Oberhofner aufscheinen, kann wohl mit Sicherheit angenommen werden, dass der Großteil der Dorfbewohner von Rabenschwandt in den Monaten Juni und Juli an der Pest gestorben ist und diese Toten unter dem im Jahre 1931 neu errichteten Pestkreuz in Oberhofen (zwischen Ort und Haltestelle) begraben wurden. Pestkreuze, wahrscheinlich aus 1649, gibt und gab es auch an der Straße von Oberhofen nach Irrsdorf, am Faschinghof, beim Bergbauern, oder der Gauklbrücke und in Höhenroit beim Stabauern. Als die Krankheit ihren Höhepunkt erreicht hatte und die Menschen nicht mehr wussten, wollten sie im Himmel oder auf der Erde Hilfe suchen, soll nach einer Sage auf einer Drillingsföhre ein Vöglein die menschliche Sprache angenommen und gesungen haben: „Esst Enzian und Pimpinell, steht auf, sterbt nicht so schnell!“. Der Legende nach taten die Leute wie das Vöglein gesungen hatte und die Seuche verminderte sich immer mehr und war gar bald nicht mehr vorhanden; die Menschen getrauten sich wieder hervor. Da die Krankheit sehr ansteckend war, mussten die Betten und die Anderen Dinge der Kranken verbrannt werden. Man konnte da aus vielen Dörfern längere Zeit gewaltige Rauchsäulen emporsteigen sehen.

Urkundlich ist auch erwiesen, dass im Jahre 1611 eine österreichische Grenzkommission im Zuge der Grenzbegehung des Hausruckviertels  in das Mondseeland kam. Diese Kommission wurde von „Gotthardt von Starhenberg, Generalobrister von Österreich ob der Ennß“ geführt. Wie es im Bericht heißt, sah der Führer von Frankenmarkt, über Pöndorf kommend, zuerst „einen großen rauchen Perg der Schaffperg genannt“! Der Weg führte über „Oberhofen ein Dorf, Mänseerisch“, dann weiter „durch ein Dörfl genannt am Weg“ und schließlich „zu etln heüsern n der Leitter genannt“. Im Reisebericht ehißt es: „Hie hebt sich an der Ihrsee, Ried oben ein Bächel hinein, über dem See hat es lauter Gepürg und stost das Stift Salzburg daran“, Wildenegg liegt über dem See auf der Anhöch an ein Holz, ist ein alt Öede Schloss oder Burgstatt. „Dann ging es durch Zell und Casten“, Richtung „Mänse“. Weiter heißt es in dem Bericht „Ober des Perg Schober genannt, rinnt der Irrsee in den Mänsee“. Von Mondsee kam die Kommission nach Waldwinkel (Aufhof), dann über den See nach Scharfling, hinauf nachHüttenstein, „wo ein salbz.Pflegehaus“, und nach St. Wolfgang. Interessant sind die Randbemerkungen die der Schriftführer Andre von Grienthal zu dieser Reise machte:

„In diesen Pergen hat es viel Fabelwerk, als St. Wolfgang darunter gestanden, wann es geregnet und dergleichen Lugen mehr, darvon der Prälat von Mänsee ein ganzes Buch geschriben. Das Verkaufen wächserner Bilder trug den Einwohnern jährl. 5.000 fl.“.

Der Bericht war mit dem Datum vom 12. November 1611 versehen, für Reisen in der damaligen Zeit wohl keine verlockende Jahreszeit.

Zum Kloster Mondsee gehörte die Taferne zu Rabenschwand, die aber zeitweise nicht betrieben wurde. Zu Herrschaft Wildeneck gehörte das Gerichtshaus in Oberhofen, ein Holzbau, als Wohnung des Landgerichtsdieners (noch 1971). Der damalige Landgerichtsdiener Paul Schneidinger bezog im Jahre 1789 eine jährliche Besoldung von 70 fl (Gulden).

Wo heute der Pfarrhof Oberhofen steht, befand sich früher der Zehentstadel. Im Oberösterreichischen Landesarchiv in Linz liegt ein altes Verzeichnis auf, in dem genauesten Aufzeichnungen über die vorgeschriebenen Getreideablieferungen der Bauern aufscheinen (Stiftsarchiv Mondsee, Band 126 „Oberhofner Kastendienst“). Folgende Oberhofner Namen scheinen um 1600 darinnen auf: Wolf Schwartzperger, Wilhelm am Schwarzperg, Hans am Weg, Haberg, Hans am Stam-Pflhof, Schruns Cirindl im Toppl, Dorf Rabenschwand, Hanns zu der Öed und Siegfr., Jacob Stain-Pichler, Hans Schweiberer in Kreit, Mertl zu Reuth, Bäck im Moos, Hans beim See, Hans reuchenbeck, Leiter, Lindl zu Urfar, Paul daselbst zu Schwarzperg, Michl in der Gschwandt, Hans am Stampflhof, Mertl, Michl und Stephan zu Hartberg, Wolf Kinasberger, Jörg Hochsperger, Wielf an der Hueb, Michael Kisl, Michael Hofinger zu Rabenschwand, Jörg Gschwendtner, Georg Wimber, Wolfgang Knoll, Georg Widner, Michl beim Gattern, Daniel und Wolfgang Staim-Pfl, Thomas Stampfl von Rabenschwand und Hans Kopler.

In einem Schreiben des Bischofs von Passau an den Pfarrhof Straßwalchen aus dem Jahre 1649 scheint eine Lieferung des Sebastian Schönauer zu Oberhofen und später eine solche des Wastl Schönauer an den Pfarrhof Straßwalchen auf (Pfarrarchiv Straßwalchen).

Zum neu errichteten Gemeindeamt Oberhofen gehören nunmehr die früheren Steuergemeinden Rabenschwand und Leiter. Der erste Bürgermeister soll Matthias Lettner, Bauer in Wildeneck, gewesen sein.

Die Tapfernengerechtigkeit (Recht für alle Veranstaltungen der Pfarre Oberhofen) bestand im Mittelalter beim Wirt in Zell am Moos und wurde 1824 von Johann Schönauer (gestorben 1868) um 400 Gulden aufgekauft.

Im Jahre 1836 erfolgte in Mattighofen die letzte öffentliche Hinrichtung des Martin Krois vulgo Speckmartin, Häusler in Rabenschwand, wegen 2-fachen Mordes.

Am 26.10.1837 brach in Oberhofen um 4 Uhr früh im Wirtshaus Schönauer ein Feuer aus; das Haus brannte zur Gänze nieder. Man vermutete, dass zu nasses Heu sich entzündet hatte. Es wurde als Ökonomiegebäude wieder aufgebaut. Das neue Wirtshaus aber wurde auf einem anderen Platz erbaut und 1839 eröffnet.

           

 

1838 wurde auf Betreiben des Pflegers Josef Bott in Mondsee eine Feuerspritze mit 24 Wassereimern angeschafft, Kosten 352 Gulden. Zur Einstellung derselben errichtete die Gemeinde neben dem Zehentstadel eine Hütte. 1852 wurde das Hatzenbauerngut samt dazugehörigen Gründen von Johann Schönauer angekauft. Frühere Besitzer waren Johann und Elisabeth Schafleitner. Im Jahre 1861 wurde vom damaligen Wirt Anton Schönauer eine Einspännige Wassersäge erbaut, deren Betrieb er nicht mehr erlebte, weil er am 15. Dezember 1861 starb.

Von 1872–1884 war Karl Leitner in Rabenschwand 123 als Gemeindearzt (Bader) tätig. Zur selben Zeit (1877) wurden das Metermaß und das Kilogewicht in Österreich eingeführt.

Am 16.7.1883 erhielt Oberhofen ein eigenes Postamt, das sich mit der täglichen Postverbindung zwischen Mondsee und Straßwalchen zu befassen hatte. Es war zuerst im Hause des Karl Schönauer (erster Postmeister von Oberhofen) bzw. später Schöndorfer untergebracht, übersiedelte 1910 in das sogenannte Posthaus und 1961 in das Gebäude des neuen Gemeindeamtes. Die Postbeförderung erfolgte ursprünglich mit der von zwei Pferden bespannten schwarz-gelben Postkutsche, die von einem Postillon in Uniform gelenkt wurde. Nach einer kaiserlichen Verordnung hatte dieser das Posthorn mit den damals üblichen Melodien zu blasen. Um 1900 wurde der Postillon im Langwall von Räubern überfallen, die Passagiere wurden ihrer Wertsachen beraubt und die Postsendungen ausgeplündert. Im Jahre 1907 ist das Postamt an die Telegraphenleitung 1046 Salzburg-Gmunden angeschlossen worden. Von der Haltestelle Rabenschwandt-Oberhofen zum Postamt waren 20 Telegraphensäulen von der Gemeinde beizustellen, außerdem hatte sie als Kostenbeitrag 31 Kronen zu entrichten. Die Kosten für den Draht wurden von Johann Schönauer übernommen. Im Jahre 1924 wurde die Postkutsche durch das Postauto ersetzt und der Postautoverkehr Steindorf-Mondsee eröffnet. 1938 kam es zur Einführung des Telefondienstes. Früher gab es in Oberhofen keine Postzustellung, die Adressen der Briefpost wurden an Sonn- und Feiertagen nach dem Gottesdienst bei der Kirche verlesen. Um 1913 wurde der 1. Briefträger Daniel Schöndorfer in den Dienst gestellt. Er musste viele Jahre die Postzustellung im Orts- und Landbezirk und Botengänge zwischen Postamt und Haltestelle Oberhofen allein bewältigen, wobei es in der Weihnachtszeit, besonders am Hl. Abend, oft Mitternacht wurde, bis er seinen Zustelldienst beenden konnte.

Am Montag, dem 15. September 1890, wurde Johann Baptist Schönauer mit Fräulein Amalia Siegl, Brauerstochter von Seekirchen, getraut. Nach damaliger Sitte war am Montag Herrenhochzeit und am darauffolgenden Tag Bauernhochzeit.

Im Jahre 1892 kam es unter Lehrer Wiedemann und Pfarrer Haberleitner zur Gründung einer aus 21 Mann bestehenden Musikkapelle.

Mit der Inbetriebnahme einer Dampfsäge durch Johann Schönauer im Jahre 1893 fanden viele Leute Arbeit und Verdienst. Die Bevölkerung von Oberhofen sprach damals von einem Wunderwerk. Mit dem tatkräftigen Wirken des Johann Schönauer erlebte Oberhofen erstmals seinen Großgrundbesitz, und durch den Betrieb des Dampfsägewerkes blühte es förmlich zum Industrieort auf. Obwohl, dem damaligen Leistungsprinzip entsprechend, die Knechte und Mägde von den frühen Morgenstunden bis zum späten Abend schwere Arbeiten zu verrichten hatten, waren sie dennoch im allgemeinen zufrieden und guter Dinge. Johann Schönauer war stets auch für seine Bediensteten, soweit sie ihrer Pflicht nachkamen, ein verständnisvoller sozialbewusster Dienstgeber. Vielen verheirateten Arbeitnehmern stellte er für die damalige Zeit angemessene Wohnungen zur Verfügung. Besonders beliebt war Frau Amalia Schönauer, die sich den Armen gegenüber sehr aufgeschlossen zeigte. Der für Oberhofen fast unersetzliche und tatkräftige Gutsbesitzer Johann Schönauer starb leider bereits im Alter von 64 Jahren am 23. November 1924.

 

Als weitere interessante Aufzeichnungen aus der Ortsgeschichte Oberhofens sei nachfolgendes mitgeteilt:

  • Im Jahre 1893 wurde in Österreich die Kronenwährung eingeführt.
  • 1895 wurde eine neue Dampfdreschgarnitur von Beham in Schärding durch Johann Schönauer, den Doppler- und den Huberbauern um 2.525 Gulden angekauft.
  • 1896 erfolgte in Oberhofen die Gründung des Vorschusskassenvereins Oberhofen. Erster Obmann war Georg Lettner (Koglerbauer), Schriftführer Pfarrer Alois Barot und Obmannstellvertreter Franz Leikermoser (Ederbauer).
  • 1900 erwarb die Gemeinde das Haus Nr. 8 in Rabenschwandt um 1.901 Kronen. Bei der Demolierung dieses Hauses wurden Töpfe mit tausenden Silber- und Goldmünzen aus dem 14. und 15. Jahrhundert österreichischer und bayrischer Herkunft ausgegraben. Darunter befanden sich auch Dukaten aus der zeit König Sigismunds von Ungarn und Münzen von Erzbischof Pilgrim in Salzburg. Diese Münzen wurden von der Gemeinde Oberhofen am 6. Juli 1905 (freiwillig) versteigert. Diesen Geldschatz werden wohl vornehme Bewohner von Rabenschwandt seinerzeit beim Herannahen von Feinden vergraben haben.
  • Im Jahre 1907 kam es zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Oberhofen. Die Gründungssitzung eröffnete Schulleiter Karl Braun im Gasthaus Schönauer. Als Vorsitzender und Kassier wurde Pfarrer Theodor Gutschik , als Feuerwehrhauptmann Johann Schönauer, als Stellvertreter Karl Braun, als Schriftführer Gemeindesekretär Franz Fischer und als Zeugwart Josef Lochner, Schmied in Rabenschwandt, gewählt.
  • 1909 gab Johann Schönauer die Fleischhauerei in Oberhofen auf, und man musste sich in das eine Gehstunde entfernte Straßwalchen begeben, wenn man Fleisch einkaufen wollte, was natürlich mit großem Zeitverlust verbunden war. Im gleichen Jahr hat Johann Schönauer mit dem Bau des Posthauses begonnen und eine zweite Dampfsäge mit zwei Vollgattern erbaut.
  • Trotz tiefer Friedenszeit gab es im Jahresablauf, auch im Oberhofner Bezirk, gar manche Raufhändel, denn das Raufen galt in vergangener Zeit, besonders bei Jungmannschaften, als begehrtes Vergnügen. Das Inventar der Wirtsstuben war schon aus diesem Grunde äußerst primitiv – schwere, klobige Tische und derbe Bänke. Brautpaare hätten es geradezu vermisst, wenn es bei ihrer Hochzeit nicht zu einem Raufspektakel gekommen wäre; man hätte dann das Fest förmlich um seinen Glanz betrogen. Der Wirt Johann Schönauer hatte für solche Zwecke auch immer handliche Ochsenziemer griffbereit. Mit angrenzenden Straßwalchnern, Irrsdorfern und Hagerern gab es meist Zwistigkeiten zum Austragen. Besonders arg war es zuweilen in der Karwoche bei der sogenannten Scheitelweihe, denn kaum war die Weihe vorüber, gingen die Burschen schon mit oft noch brennenden Scheiteln aufeinander los. Häufig endeten diese Raufhändel beim Bezirksgericht Mondsee. In der Regel wurden die Rauferein als „traditionelles Brauchtum“ eingestuft. Selbst bei tödlichem Ausgang wurden oft nur milde Strafen verhängt, mit der Begründung, dass es sich hiebei um Abwehr möglichen Totschlages gehandelt habe.

Noch herrschte in Oberhofen nach der Jahrhundertwende ein gewisser Wohlstand, aber schon nahte das Schicksalsjahr 1914 heran.

 

  • Am 28. Juni 1914 wurden der Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie von Hohenberg in Sarajewo (Bosnien) ermordet. Bereits bei der Überführung der Särge über die Donau kündigte sich Unheil an. Es tobte damals ein fürchterliches Unwetter; die Pferde wurden scheu, und die Gespanne mit den Särgen drohten in die Donau zu stürzen. Doch konnte die Fähre das andere Donauufer noch erreichen. Die Toten wurden nach Artstetten, dem Schlossbesitz des Thronfolgers, gebracht, wo auch die Beisetzung stattfand. Am Kriegerdenkmal zu Artstetten scheint Franz Ferdinand als der erste Gefallene des Ersten Weltkrieges auf. Nach der allgemeinen Mobilmachung im Sommer 1914 waren die Züge so überfüllt, dass die einberufenen Reservisten drei Tage und Nächte an der Haltestelle warten mussten, bis sie abtransportiert werden konnten. Eine überaus große Begeisterung und Zuversicht herrschte im Volke. Die von Straßwalchen heraufkeuchenden Militärdampfzüge mussten oftmals infolge der bedeutenden Steigung und Überbelastung in der Haltestelle Oberhofen stehenbleiben. Es gab da ein Kunterbunt der verschiedenen Truppenteile der alten Monarchie mit ihren schmuckken Uniformen, worunter die Kaiserjäger und die Bosniaken, die an der Ostfront abgingen, dominierten. Der Erste Weltkrieg war ausgebrochen, und gar bald kamen Nachrichten von den ersten Gefallenen.
  • Noch einmal aber war den Oberhofnern ein Freundtag beschieden. Im Herbst 1914 erstrahlte beim Gasthof Schönauer die erste elektrische Bogenlampe, und der bisher nachts in Dunkelheit gehüllte Ortsplatz war nun hell erleuchtet. Der jeder nützlichen Neuerung zugängliche Gutsbesitzer Johann Schönauer hatte bereits im 1. Kriegsjahr ein kleines Elektrizitätswerk errichtet.
  • Nun folgten die Kriegsjahre 1914–1918. Dem Gutshof des Johann Schönauer wurden 10 kriegsgefangene Russen als Ersatz für die eingerückten Bediensteten vom Kriegsgefangenenlager in Straßwalchen zugewiesen. Als Bewachung wurde ein slowenischer Soldat beigestellt. Diese Russen waren sehr gute und fleißige Menschen. Sie waren sehr geschickt in der Anfertigung von Spielzeug und daher bei den Kindern, aber auch bei den Erwachsenen sehr beliebt, obwohl sie eigentlich unsere damaligen Feinde waren. Als sie nach etwa zwei Jahren zurück ins Lager mussten, wurden manche Ortsbewohner, besonders aber den Kindern, beim Abschied die Augen nass.

 

Für viele Oberhofner, die ihre gesamten Ersparnise zur Zeichnung von Kriegsanleihen verwendeten, kam später der finanzielle Ruin. Lebensmittel- und Raucherkarten wurden eingeführt. Trotz Rationierung wurden die Lebensmittel immer knapper, das Brot war, besonders in den letzten Kriegsjahren, kaum noch genießbar. Außer den Kriegsgewinnern und Schleichhändlern hungerte das gesamte Volk. Ausgehungerte Städter suchten auf den Fluren nach Feldfrüchten, Zuckerrüben, Mostbirnen und ähnlichem, um ihren Hunger zu stillen. Unzählige Stadtbewohner kamen in die Dörfer, um Nahrungsmittel einzutauschen. Manche Bauern gaben, was sie geben konnten, aber auch bei diesen herrschte langsam Mangel, weil sie ja einen Großteil von Milch und Getreide abzuliefern hatten. Die Mehrzahl der Bauernkinder besuchte nur selten noch die Schule; sie mussten den eingerückten Vater ersetzen, um die Feldarbeit notdürftig zu bewältigen. Es war eine wahrhaft trostlose Zeit. Für Österreich entschied sich im Herbst 1918 an der italienischen Isonzofront das Kriegsgeschehen. Kaiser Karl dankte ab, die Donaumonarchie fiel auseinander, und Österreich wurde eine demokratische Republik, die sich vorerst als Republik Deutsch-Österreich bezeichnete. Es kam zum Verfall der Kronenwährung, wodurch viele ihre Ersparnisse und mitunter auch ihre Besitztümer verloren. 24 Oberhofner sind an den verschiedenen Kriegsschauplätzen gefallen, bzw. nach Kriegseinsatz als Folge der erlittenen Strapazen gestorben. Wegen des großen Kleingeldmangels brachten fast alle österreichischen Gemeinden Notgeldscheine zu 10, 20 und 50 Heller, aber auch 60, 70, 80 und 90 Heller und zu einer Krone in Umlauf. Die Gemeinden wetteiferten damit, historisch oder baulich markante Erscheinungen, zumeist aus der Vergangenheit ihrer Orte, auf den Notgeldscheinen in Bild und Beschreibung zu bringen. Natürlich gab es ähnlich wie bei Briefmarken auch beim Notgeld viele interessierte Sammler.

  • In Fortsetzung der Ortschronik ist zu berichten, dass nach etlichen Nachkriegsjahren Oberhofen wieder ein schönes Geläute erhielt. Am 23. Juli 1923 erfolgte die Weihe der zwei neuen Kirchenglocken, Gewicht 1.260 kg und 318 kg. Die mittlere, dritte Glocke folgte 1927 nach. Die große Glocke wurde von Johann Schönauer gespendet. Glockenpatinnen waren Frau Oberförster Th. Eckhart, Großbäurin M. Feldbacher und A. Sulzberger, Schweiberin. Nach der Geldabwertung 1924 erfolgte die Einführung der Schillingwährung in Österreich. 1 Schilling wurde gegen 1.440 Kronen eingetauscht. Mit Taschen und Rucksäcken kamen die Leute zum Geldumtausch zu den Postämtern. Im Jahre 1926 brannte das Gasthaus Hubinger in Rabensshwandt zur Gänze ab. Paul Eckhart, Försterssohn von Oberhofen feierte 1926 in Mondsee seine Primiz. Im selben Jahre erfolgte die Feuerwehr-Fahnenweihe. Pfarrer Konrad Schinkinger hielt die Festansprache; er verfasste auch einige Gedichte, die von den Mädchen Hedwig Schöndorfer und Amalia Hubinger mit verdientem Beifall vorgetragen wurden. Feuerwehrpatin war Frau Frieda Schnaitl, geb. Schönauer. Festzuhalten wäre noch, dass im Jahre 1929 Johann Grabner zum Bürgermeister gewählt wurde. Im gleichen Jahre wurde eine neue Motorspritze beschafft und geweiht. Zwei Jahre später (1931) kam es, im Gedenken an die verhängnisvolle Pestzeit (1649), zur Errichtung und Weihe des neuen Pestkreuzes in Oberhofen. Ferner erwarb die Landeshypothekenanstalt im Jahre 1935 die Schönauerschen Besitzungen samt Sägewerk und allem Inventar; gleichzeitig kam es auch zur Versteigerung der Liegenschaften des Krämers Rinnerthaler in Wegdorf Nr. 51 und des Wirtes Hubinger in Rabenschwandt Nr. 26. Unmittelbar darauf wurden in Oberhofen verschiedene Umbauten vorgenommen, die aber keineswegs das Ortsbild verschönerten. Der große Tanzboden im ehemaligen Gasthof Schönauer, nunmehr Gutsverwaltung, wurde aufgelassen; für größere Veranstaltungen war daher zum Leidwesen der Oberhofner kein geeigneter Raum mehr vorhanden.

Die Erste Republik, die aus dem deutschsprachigen Teil des alten Kaiserreichs zurückgeblieben war, geriet als Kleinstaat in große wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten. Infolge der riesigen Arbeitslosigkeit kam es in den dreißiger Jahren zu politischen Unruhen und bürgerkriegsartigen Zuständen.

  • Mit dem Einmarsch der Truppen Adolf Hitlers 1938 wandelte sich Österreich zum Bestandteil des Deutschen Reiches. Nach allzu kurzen Jahren des Friedens brach im Herbst 1939 der Zweite Weltkrieg aus. Einschränkungen auf vielen Gebieten der Wirtschaft und Lebenshaltung waren erforderlich; so wurde wegen Treibstoffmangels die Autobuslinie Oberhofen-Mondsee eingestellt. Um die Ernährung der Bevölkerung zu sichern, kam es nun wieder zur Einführung von Lebensmittelkarten, allerdings war die Organisation etwas besser als im 1. Weltkrieg, und man erhielt wenigstens das auf der Karte vorgesehen Quantum. Oberhofen blieb von Luftangriffen verschont; allerdings waren drei Tote und mehrere Verletzte als Opfer eines Bordwaffenangriffes auf einen Zug der Salzkammergutlokalbahn bei der Teufelmühle zu beklagen.
  • Im Mai 1945 kamen amerikanische Truppen auch nach Oberhofen. Einige Bewohner mussten ihre Wohnungen für die Unterbringung der Soldaten räumen. In der Zeit von 20 Uhr abends bis 6 Uhr früh wurde eine Ausgangssperre verhängt. Zum Glück verließen auch die Besatzungstruppen bald wieder Oberhofen.

Das Ende des Krieges war grauenhaft. Zerstörte Städte in ganz Europa, Millionen von Toten, auseinandergerissene Familien, Not, Hunger und Verwirrung.

Das Unheil beider Weltkriege, insbesondere die Auswirkungen des Zweiten, haben leider auch Oberhofen heimgesucht. Zahlreiche Männer gewisser Altersstufen hatten dem Einrückungsbefehl zu folgen und sind nach Beendigung dieses Völkermordens nicht mehr in ihre Heimat nach Oberhofen zurückgekehrt. Ihrer möge auch an dieser Stelle in ehrfurchtsvoller Trauer gedacht werden. Die fern der Heimaterde als Opfer ihres Einsatzes ruhen sind:

Gefallene der Gemeinde Oberhofen 1914–1918
(Name gefallen am)
Schindlauer Alois, Haslingersohn 18.10.1914
Lettner Georg, Koglerbauernsohn 25.10.1914
Krois Johann, Hasbauer 25.12.1914
Lachinger Josef, Schwandbauernsohn 22.04.1915
Rinnerthaler Georg, Stampfhofsohn 02.05.1915
Rinnerthaler Johann, Uferbauernsohn 02.05.1915
Freinbichler Josef, Schwarzbergsohn 07.07.1915
Eder Josef, Faschingshofsohn 08.07.1915
Schindlauer Matthias, Feichtlbauersohn 20.07.1915
Neubacher Rudolf, Förstersohn keine Angaben
Lettner Johann, Wildeneckersohn 16.05.1916
Eisl Alois, Schlahamersohn 17.06.1916
Höllerer Josef, Gegend 11.10.1916
Lettner Alois, Koglersohn 13.12.1916
Maderecker Georg, Wegdorf 22.07.1917
Wagner Franz, Schmiedsohn 28.04.1917
Loibichler Franz, Stock 15.05.1917
Schindlauer Simon, Gegend 27.12.1917
Brudl Josef, Lechnersohn 29.06.1918
Schafleitner Matth., Gastwirtsohn 21.08.1918
Wührer Franz, Höhenbergsohn 06.12.1914 verm.
Stockinger Franz, Lechenbauer, gest. 24.01.1916
Vogl Franz, Gegend, gest. 03.05.1918
Hattinger Michael, Stampfsohn, gest. 13.09.1917

Gefallene der Gemeinde Oberhofen 1939–1945
(Name gefallen am)

  • OSTEN

Eisl Johann, Seierlsohn 22.06.1941
Loibichler Christl, Speckbauersohn 27.07.1941
Eisl Franz, Schlahamersohn 03.08.1941
Schafleitner Josef, Gastwirt 18.08.1941
Füssl Fritz, Landarbeiter 29.10.1941
Rauchenschwandtner Mich., Forstarbeiter 14.01.1942
Spielberger Johann, Gumersberger 08.03.1942
Freinbichler Josef, Schwarzbergersohn 28.07.1942
Wagner Franz, Marecksohn 07.08.1942
Winter Alois, Landarbeiter 18.09.1942
Zechleitner Johann, Schmidbauernsohn 28.09.1942
Nußbaumer Andreas, Bahnarbeiter 21.12.1942
Baumgartner Josef, Fleischhauer 27.01.1943
Feldbacher Alois, Großenbauernsohn 14.03.1943
Weninger Josef, Gumpenroidersohn 14.03.1943
Rinnerthaler Viktor, Landarbeiter 10.09.1943
Füssl Franz, Maurer 29.07.1944
Hofer Alois, Bahnarbeiter 20.08.1944
Wiesinger Anton, Steinbachersohn 25.09.1944
Prem Johann, Zimmermann 02.11.1944
Mundlberger Franz, Stampfsohn 15.10.1945
Fischhofer Johann, Bauerhanslsohn, gest. 15.10.1945

  •  SÜDEN

Mühlbacher Johann, Straßenwärtersohn 02.11.1944

  •  WESTEN

Rillinger Alois, Dopplersohn 07.06.1944
Feldbacher Franz, Großenbauernsohn, gest. 17.02.1944
Schöninger Walter, Oberförsersohn, gest.  09.06.1944
Renetzeder Hubert, Steinersohn, gest. 10.07.1944
Lettner Franz, Oberleitner 04.08.1944
Dorfinger Josef, Harbergersohn 09.08.1944
Grabner Johann, Roidersohn 20.10.1944
Leikermoser Alois, Uferwirtsohn 29.01.1945
Lettner Matthias, Koglersohn 07.04.1945
Schnötzlinger Johann, Landarbeiter, gest. 15.09.1945

  •  NORDEN

Schindlauer Johann, Speckbauernsohn 31.05.1940
Leikermoser Karl, Uferwirtsohn 27.03.1944
Rinnerthaler Georg, Ziehsohn v. Lechnergut 24.09.1941

  •  AFRIKA

Leikermoser Franz, Wagnermeistersohn 31.12.1941
Wengler Johann, Ginzingersohn 01.01.1943
Spielberger Matthias, Gumersbergersohn 01.01.1943
Lettner Franz, Landarbeiter 03.01.1943
Lettner Johann, Landarbeiter 11.01.1943
Lacher Gottfried, Maurerpolier 15.10.1943
Langmeier Josef, Pointlersohn 01.11.1943
Freinbichler Matthias, Zellerbauernsohn 14.05.1944
Feldbacher Gottfried, Großenbauersohn 08.06.1944
Zechleitner Georg, Schmidbauernsohn 28.06.1944
Loibichler Michael, Geisbergersohn 07.07.1944
Lettner Johann, Ginzingersohn 08.08.1944
Kraml Franz, Grabnersohn 11.08.1944
Hofer Josef, Landarbeiter 11.11.1944
Schindlauer Matthias, Feichtlbauersohn 24.12.1944
Ganisl Matthias, Landarbeiter 04.01.1945
Schindlauer Johann, Feichtlbauersohn 12.01.1945
Langmeier Alois, Pointlersohn 14.01.1945
Eisl Josef, Schlahamersohn 05.02.1945
Bliem Josef, Pointler 05.04.1945
Reichl August, Gemeindeangest. 26.04.1945

Das Kriegerdenkmal zur Erinnerung für die im Ersten und Zweiten Weltkrieg Gefallenen von Oberhofen befindet sich an der Ostseite der Pfarrkirche.

Wenn schon die Niederlage des Ersten Weltkrieges das ehemals große, reichgegliederte Vaterland zertrümmerte und nur einen kleinen Teil des ehemaligen stolzen Österreichs übrigließ, so hat die Kapitulation nach dem Zweiten Weltkrieg auch für das durch Bombenhagel ohnehin schon zermürbte Hinterland erst recht die schmerzlich spürbare Belastung der vierfachen Besatzung gebracht. – Russen Franzosen, Briten und Amerikaner teilten sich das in die Grenzen vor 1938 zurückgekehrte kleine Österreich in Ihre Besatzungsbereiche auf. – Zehn lange Jahre von 1945 bis 1955 musste diese vierfache Besatzungswillkür geduldig in Kauf genommen werden. Über die Auswüchse und Siegerlaunen zu schreiben, ginge weit über den Rahmen dieser Schilderung hinaus!

Aufatmen konnten jedenfalls alle gutgesinnten Österreicher als im Mai 1955 die Unterschriften der Signatarmächte unter den von mutigen österr. Politikern ausgehandelte Staatsvertrag gesetzt werden konnten. Die Freude  kam aber dann erst richtig zu Entfaltung, als im Oktober 1955 der letzte Besatzungssoldat österr. Boden verlassen hatte und anstelle der fremden Flaggen das rot-weiß-rote Banner über der erlösten österr. Landschaft flatterte.

Interessant und begrüßenswert war die damalige Mentalität des Österreichers. Schon nach dem Kriegsende wurde ohne Parteienhader mit gemeinsamer Kraft an den Wiederaufbau herangegangen. Besonders die aus diversen Gefangenschaften Heimgekehrten waren froh, trotz durchgestandener Strapazen, Quälereien und Entbehrungen ihren Teil zur Entrümpelung und Gesundung der Heimat beitragen zu dürfen. Und erst recht nach der Befreiung vom Besatzungslos fühlte sich jeder Österreicher als zum Volksganzen gehörig – es gab fast keine Meinungsverschiedenheiten, weil das gemeinsame Ziel in der Arbeit für den Wiederaufbau und in der sozialen Verbesserung des Daseins verankert war! – Man konnte ersehen, wie gemeinsam ertragene Not auf den Gemeinschaftssinn im Volkskörper befruchtend wirkte und dieser gottlob auch für längere Zeit konstant blieb.

Auch in Oberhofen kam es, wenn auch in entsprechend kleinerem Maßstab, zur Neuankurbelung der infolge des Kriegsgeschehens zurückgestellten Arbeiten und Verbesserungen.

Schon im Jahre 1949 wurde mit der Regulierung bzw. Verbauung des Mühlbaches begonnen und damit wohl leider der im Jahre 1861 von Anton Schönauer anlässlich der Errichtung der Wassersäge geschaffene, idyllisch von Weiden umzäunte, Ortsweiher aufgelassen.. Dieser Teich hatte natürlich auch sein Vorteilhaftes, weil sein Wasser lange Zeit für die Löschzüge der Feuerwehr (er war eine Art „Feuerteich“) vorgesehen und benützt wurde. Der fortschreitenden Technik fiel dann zu fast gleicher Zeit der hinter dem Gasthof Schönauer angelegte Eisteich zum Opfer. Es wurde früher (vor der Kunsteiserzeugung) das aus diesem Teich gewonnene Eis zur Kühlhaltung des Bierkellers verwendet.

Gleichfalls im Jahre 1949 ist das gegenüber der Volksschule aus Holz erbaute Feuerwehrzeughaus abgetragen worden um an einer anderen Stelle im Ort seinen neuen Platz zu finden. – Hervorgehoben zu werden verdient, dass der im Dorf Rabenschwand bestehende Dorfbrunnen im Jahre 1952 aufgelassen wurde, weil über Anordnung des Amtsarztes das bisher daraus gewonnene Trinkwasser wegen Typhusgefahr nicht mehr getrunken werden durfte.

Als Beitrag zum Kapitel Wasserversorgung dient wohl auch die Entstehung der Wassergenossenschaften, und zwar im Jahre 1950 in Rabenschwand (von der Quelle Irrsberg), dann im Jahre 1957 in Wegdorf und schließlich im Jahre 1959 in der Ortschaft Leiter. In Oberhofen wurde die neue Wasserleitung von der Wassergenossenschaft Rabenschwand im Jahre 1959 errichtet, wobei die ehemals aus der Dopplerquelle gespeiste Leitung aufgelassen wurde. Erwähnenswert ist ferner der Umbau des Gemeindewohnhauses in Rabenschwand in den Jahren 1955–1957 sowie der Neubau des Gemeindeamtshauses in Oberhofen unter Bürgermeister Meindl in den Jahre 1959/60.

Foto: Das Amtshaus im Rohbau

 

Gleichfalls unter der Ägide Bürgermeister Meindls kam es zur Errichtung des als Schmuckstück von Oberhofen geltenden Strandbades. Mit Sandbecken, Planschbecken und Uferverbauung wurde das Bad im Jahre 1969 von der Firma Dürlinger aus Ried im Innkreis fertiggestellt, ergänzt mit den sanitären Anlagen im Jahre 1973. – Die Gesamtkosten für die Herstellung dieses Strandbades beliefen sich auf 1.220.280,- S. Zur Entstehung der erwähnten Badeanlage sei vermerkt, dass das erste Grundstück im Jahre 1960 vom Eckerhanslgut zu einem Quadratmeterpreis von 12 S und weitere Gründe von Heilinger, Straßbauer, Schneitsberger und Schwendinger von der Gemeinde erworben wurden. Der Weggrund stammt vom Bahngut Laiter.

Um nun auch auf ein Verdienst der Bahnverwaltung hinzuweisen, ist der Ersatz des alten Bahnwärterhäuschens an der Haltestelle Oberhofen-Zell am Moos durch einen moderneren Neubau im Jahre 1969/70 zu erwähnen.

Ein besonderer Meilenstein in der Ortsgeschichte Oberhofens wurde mit dem Neubau der Mondseer Bundesstraße (Zuführung zur Autobahn Mondsee) gesetzt, weil damit die gewünschte Ortsumfahrung im Jahre 1971 realisiert werden konnte.

Als weitere bemerkenswerte Änderungen im Ortsbild Oberhofen wären anzuführen:
1.) Ankauf eines Grundstückes im Jahre 1972 seitens der Gemeinde vom Liegenschaftsbesitzer des ehemaligen Krämerhauses Eberhard Höllwarth (Kosten 376.055,- S) zur Errichtung eines neuen Volksschulgebäudes.

Fotos: Abriss des alten Schulgebäudes


2.) Übersiedlung der Raiffeisenkasse im Jahre 1975 in ihren eigenen Neubau.
3.) Neubau einer modernen Aussegnungs- und Aufbahrungshalle anstelle der abgetragenen alten Totenkammer in den Jahren 1976/1977. Das Grundstück ist von der Gutsverwaltung angekauft worden (Bauausführung in der Wirkungszeit Bürgermeister Lochners).
4.) Bürgermeister Lochner sorgte auch in den Jahren 1977/1978 für den Neubau eines Kindergartens, wobei im gleichen Gebäude der Ortsmusik ein Proberaum zur Verfügung gestellt werden konnte.
5.) Seit 1976 wird die notwendige Schneeräumung mit einem gemeindeeigenen Traktor durchgeführt.

Am 3.4.1979 wurde eine Goldhaubengruppe mit 15 Frauen in Anwesenheit der Bezirksobfrau Rosemarie Landl gegründet.

Union – Sportverein Gründung am 13. Juli 1979 im Beisein des Bezirksobmannes Beer.

Volksschulneubau mit Turnhalle Beginn: Herbst 1979

Möge aus diesen Schilderungen dem Leser die Gewissheit erstehen, dass es im allgemeinen zwar einfachere Probleme waren, die in der jüngsten und weiteren Nachkriegszeit das Gebiet in und um Oberhofen am Irrsee bewegten, es soll aber rückblickend auch erkennen lassen, wie auf diesem von einem gesunden, fleißigen Volksschlag besiedelten Boden manche historischen Ereignisse, wenn schon nicht ihren Ausgang nahmen, so doch für lange Zeiten nachhaltige Umschichtungen im Kultur- und Wirtschaftsleben dieser Gegend brachten. – Oberhofen am Irrsee hat im oberösterreichischen Landschaftsbezirk viel Gutes zur Festigung der ländlichen Brauchtumssubstanz und seiner Impulse beigetragen! – Wer dieses Fleckchen Erde und seine Umgebung näher kennt, wird auch den Mundartliederschatz eines Franz Stelzhamers besser verstehen können: „Hoamatland, Hoamatland, han di so gern“ …

Als Bürgermeister von Oberhofen amtierten:
  Matthias Lettner, Wildenecker
  Josef Rillinger, Doppler
  Johann Endesgrabner, Kettl
  Ferdinand Schwertl
  Georg Lettner, Kogler
  Franz Wührer, Heberger
 um 1880 Karl Leikermoser, Uferwirt
  Michael Hattinger
 –1903 Franz Plainer, Müller im Viehweg
 1903–1909 Johann Feldbacher, Grossenbauer
 1909–1912 Leopold Eisl, Seidlbauer
 1912–1918 Josef Dorfinger, Harberg
 1919 Franz Leikermoser, Ederbauer
 1919–1924 Johann Spielberger, Gumersberger
 1924–1929 August Augeneder, Hasmüller
 1929–1938 Johann Grabner, Roider am See
 1938–1945 Johann Spielberger, Gumersberger
 1945–1949 Johann Grabner, Roider am See
 1949–1955 Josef Dorfinger
 1955–1971 Matthias Meindl
 ab 1972 Josef Lochner

Texte aus der Chronik "Oberhofen am Irrsee" erschienen 1980, verfasst von Albert Schöndorfer