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Baumschutz

Feuerbrand

Feuerbrand ist eine hochinfektiöse, gefährliche und auch sehr ansteckende Erkrankung verschiedener Obst- und Ziergehölze. Erreger ist das stäbchenförmige Bakterium Erwinia amylovora.
Von den Obstgehölzen werden Apfel, Birne und Quitte befallen. Weitere Wirtspflanzen sind Weiß- und Rotdorn (Crataegus), verschiedene Zwergmispelarten (Cotoneaster), Feuerdorn (Pyracantha), Eberesche / Vogelbeere (Sorbus), die japanische Zierquitte (Chaenomeles), Felsenbirne (Amelanchier) und Stranvesia, Apfelbeere, Mispel, Mehlbeeren und Zierapfel.
Die Krankheit wird durch Regen, Wind und Insekten (Bienen, Hummeln, Wespen und Fliegen sowie Pflanzensauger) übertragen. Über größere Entfernungen hinweg wird Feuerbrand vielfach mit verseuchtem Pflanzenmaterial oder kontaminierten Gegenständen (Kisten, Schneidwerkzeugen) verbreitet. Während der Vegetationszeit breitet sich Feuerbrand besonders bei feucht schwülem Wetter sehr rasch aus. Aber auch bei trockenem Wetter sterben laufend Zweige ab.

Krankheitsbild
Die Blätter und Blüten befallener Pflanzen welken plötzlich und verfärben sich braun oder schwarz. Infizierte Triebe erscheinen zunächst fahlgrün, danach ebenfalls braun bis schwarz. Sie vertrocknen rasch. Durch den Wasserverlust krümmen sich die Triebspitzen oft hakenförmig nach unten. Bei feuchtem Wetter treten aus den Befallsstellen weißliche, später braun werdende Tropfen klebrigen Bakterienschleimes aus. Die abgestorbenen Blätter und geschrumpften Früchte bleiben über den Winter hinweg hängen. Unter der Rinde frisch befallener Bäume ist das Holz meist rotbraun verfärbt und von klebrigem Bakterienschleim durchsetzt. Die Abgrenzung zum gesunden Holz ist unscharf. Kommt man mit dem austretenden Schleim in Berührung, so muss desinfiziert werden (Lysetol 15%, Sagrosept für die Hände - sollte in allen betroffenen Gemeinden beim Obst- und Gartenbauverein erhältlich sein).
Verdächtige Pflanzen sind dem Gemeinde zu melden und zu beobachten.

Maßnahmen
Wenn der Befall nicht übermäßig stark ist, genügt es bei Obstgehölzen, die befallenen Pflanzenteile großzügig auszuschneiden. Dies muss bis weit ins gesunde Holz zurück erfolgen - mindestens einen halben Meter, besser einen Meter. Bei Befallstellen in Nähe des Stammes ist ein Ausschneiden nicht mehr sinnvoll, da es durch den Saftstrom vom Stamm her immer wieder zu neuen Infektionen kommen wird. Stark befallene Obstgehölze müssen gefällt werden. Zier- und Wildpflanzen werden immer entfernt. Alles befallene Material darf weder gehäckselt noch kompostiert werden. Nur durch Verbrennen wird die Ausbreitung der Krankheit verhindert. Keinesfalls darf befallenes Material offen transportiert werden!
Zur Bekämpfung des Feuerbrandes gibt es derzeit keine wirkungsvollen Schutzmittel. Nur im Intensivobstbau wäre eine Bekämpfung möglich. Antibiotika müssen fast stundengenau zum Infektionszeitpunkt in jede Blüte gebracht werden. Eine solche Behandlung kann nur unter genauer Kontrolle und Beratung gemacht werden. Im Streuobstbau wäre sie ohnehin unmöglich.
Im März 2008 wurde das Antibiotikum Streptomycin zur Feuerbrandbekämpfung in Österreich bundesweit zugelassen. Zum Schutz von Bienen und Honig darf das Antibiotikum nur von Erwerbsobstbauern und nur während der Abend- und Nachtstunden eingesetzt werden.

Borkenkäfer

Borkenkäferentwickeln sich im saftigen Teil der Baumrinde und schwächen die Bäume bis zum Absterben. Der Schaden für Waldbesitzer ist besonders in trockenen Jahren enorm. Die Forstliche Bundesversuchsanstalt forscht ständig nach neuen und umweltverträglichen Bekämpfungsmethoden. In der Familie der Borkenkäfer (Ipidae) sind besonders an Nadelholz Arten zu finden, die leicht zu Massenvermehrungen neigen und in großem Ausmaß Bäume zum Absterben bringen können. In erster Linie ist hier der Buchdrucker (Ips typographus) zu nennen, der fast ausschließlich an Fichte vorkommt. Die letzte und zugleich größte Massenvermehrung wurde durch starke Windwürfe im Jahr 1990 ausgelöst und verursachte 11,5 Mio Festmeter Schadholz. Die Schadschwerpunkte waren damals die niederen, sommerwarmen Lagen Österreichs, besonders Ober- und Niederösterreich, das Burgenland und die östliche und südliche Steiermark. Mittlerweile hat sich die Befallssituation etwas entspannt, obwohl der Anfall von Borkenkäferschadholz mit 670.000 Festmeter im Jahr 1999 immer noch sehr hoch lag. Die Gefahr eines neuerlichen Anstiegs ist aber besonders bei Trocken-, bzw. Hitzeperioden und Sturmereignissen gegeben. Im heurigen Frühjahr lagen die monatlichen Durchschnittstemperaturen um bis zu 3,5°C über dem langjährigen Mittel. Die anhaltende Hitzeperiode Anfang Mai hat die Borkenkäferentwicklung dermaßen beschleunigt, daß bereits in der ersten Junihälfte die Käfer der 2. Generation ausschwärmen und neue Bäume befallen können. Normalerweise geschieht das 3-4 Wochen später.Vorhersage des Borkenkäferfluges Die Forstliche Bundesversuchsanstalt kann mit Hilfe von Borkenkäferfangzahlen von Pheromonfallen und Wettermessdaten sehr genau den Zeitpunkt des Borkenkäferfluges vorhersagen. Mit Hilfe dieser Prognosen können die Forstbetriebe ihre Maßnahmen zur Borkenkäferbekämpfung zeitlich und räumlich steuern. Zu spät durchgeführte Maßnahmen können großen Schaden verursachen und eine
explosionsartige Vermehrung der Borkenkäfer zur Folge haben. Der Fichtenborkenkäfer Buchdrucker benötigt für seine Entwicklung vom Ei bis zum ausschlüpfbereiten erwachsenen Käfer bei durchschnittlich 15°C 10-11 Wochen, bei einer mittleren Temperatur von 20°C jedoch nur 6 Wochen. Ein Borkenkäferweibchen legt bis zu 150 Eier in den Brutgang unter der Rinde des Baumstammes. Daraus können sich im “Idealfall“ über 100 Jungkäfer entwickeln. Aus einem vollständig befallenen Baum können daher bis zu 100.000 fertige Käfer entweichen.